Gebäudesanierung: Sofortabzug oder anschaffungsnahe Herstellungskosten!

Ulrich Brüning

Dipl.-Betriebswirt & Steuerberater

Im Zusammenhang mit der Anschaffung eines Gebäudes entstehen oftmals Kosten für die Instandhaltung bzw. Modernisierung. Dabei stellt sich die Frage, ob die Aufwendungen bei der Ermittlung der Einkünfte als sofort abzugsfähige Erhaltungsaufwendungen oder wie Herstellungskosten lediglich über die Abschreibung als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben zu berücksichtigen sind.

Ent­spre­chende Maß­nah­men, die inner­halb von drei Jahren nach Anschaf­fung durch­ge­führt werden, zählen zu den anschaff ungs­na­hen Her­stel­lungs­kos­ten, wenn die Auf­wen­dun­gen ohne Umsatz­steuer 15 % der Anschaff ungs­kos­ten des Gebäu­des über­stei­gen. Aus­ge­nom­men hier­von sind Kosten, die von vorn­her­ein zu den Her­stel­lungs­kos­ten zählen (z. B. Dach­ge­schoss­aus­bau), sowie regel­mä­ßig anfal­lende Erhal­tungs­auf­wen­dun­gen (vgl. § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG). In drei aktu­el­len Ent­schei­dun­gen hat der Bun­des­fi­nanz­hof kon­kre­ti­siert, welche Auf­wen­dun­gen betrof­fen sind. 

Die Kläger mach­ten u. a. gel­tend, dass die Auf­wen­dun­gen für Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren (z. B. das Tape­zie­ren und Strei­chen von Wänden, Böden, Heiz­kör­pern, Innen- und Außen­tü­ren sowie der Fens­ter) nicht unter die 15 %-Grenze fallen würden.
Der Bun­des­fi­nanz­hof ent­schied dage­gen, dass grund­sätz­lich auch reine Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren, die inner­halb des 3-Jahres-Zeit­raums durch­ge­führt werden, ein­zu­be­zie­hen sind; dies gilt selbst dann, wenn kein enger räum­li­cher und sach­li­cher Zusam­men­hang zu der Instand­set­zung und Moder­ni­sie­rung des Gebäu­des besteht.
Des Wei­te­ren wurde klar­ge­stellt, dass Erhal­tungs­auf­wen­dun­gen i. S. von § 6 Abs. 1 Nr. la Satz 2 EStG, die übli­cher­weise jähr­lich anfal­len und nicht mit der Moder­ni­sie­rung bzw. Instand­set­zung im Zusam­men­hang stehen, wie z. B. die jähr­lich anfal­lende War­tung der Hei­zungs­an­lage, sofort abzugs­fä­hig sind.

Quelle: BFH-Urteil vom 14.06.2016 IX R 22115

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